Seit Jahren diskutiert ein Runder Tisch über die Versalzung von Werra und Weser durch die Kali-Industrie (wir berichteten). Gegen die Versalzung der Flüsse soll eine Abwasser-Pipeline in die Nordsee helfen – doch die Regierung von Niedersachsen stellt sich in dieser Frage gegen Thüringen und Hessen.
Am Runden Tisch geht es um fundamentale Umweltbelastungen. Derzeit entstehen durch den Kaliabbau pro Jahr rund 14 Millionen Kubikmeter Salzlauge als Abwasser, die entsorgt werden müssen. Bisher wird die Hälfte davon direkt in die Werra gepumpt, die andere Hälfte mit Hochdruck in den Boden gepresst. Damit soll bis spätestens 2020 Schluss sein, fordert der Runde Tisch, dem Vertreter aus Kommunen, Verbänden und Politik aus fünf Bundesländern angehören, mit einer Mehrheit von 20 zu drei Stimmen: Die Lauge soll künftig direkt in die Nordsee geleitet werden, statt in die Werra und die Weser.
Der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander erklärte, er halte die Pipeline für völlig unrealistisch und äußerte die Sorge, eine Kali-Einleitung werde statt der beiden Flüsse das vielfach geschützte Wattenmeer verschmutzen. Sander forderte die Kali-Industrie auf, stattdessen mehr für die Schadstoffvermeidung vor Ort zu tun.
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