Die EU-Einschränkungen für Traditionssegler (wir berichteten) scheinen nun vom Tisch zu sein: Wie die schleswig-holsteinischen Europa-Abgeordnete Ulrike Rodust (SPD) jetzt mitteilte, hat ihr das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage zwischenzeitlich mitgeteilt, dass historische Schiffe unter deutscher Flagge weiterhin mit zahlenden Passagieren in See stechen dürfen.
Wären die Bestimmungen der sogenannten EU-Fahrgastschiffsrichtlinie umgesetzt worden, hätten die Traditionssegler zur Einhaltung der schärferen Sicherheitsvorschriften erheblich investieren müssen, um auch weiterhin Passagieren die Fahrt ermöglichen zu können. Das aber hätten die Schiffseigner kaum finanzieren können.
Die Einnahmen der mitfahrenden Gäste werden zum überwiegenden Teil in den Erhalt der teilweise mehr als 100 Jahre alten Schiffe gesteckt. Wer als Oldtimer-Skipper nicht den kommerziellen Einsatz in den Vordergrund stellt, sondern den Erhalt des Schiffes als wertvollen Zeugen der maritimen Seeschifffahrtsgeschichte, hat laut Rodust von den EU-Bürokraten auch künftig nichts zu befürchten. Dies gelte auch dann, wenn sich mehr als zwölf zahlende Fahrgäste an Bord befinden.
Die Traditionssegler, die nach deutschem Recht zertifiziert werden, dürfen bislang allerdings nicht nach Dänemark, wenn sie mehr als zwölf Passagiere an Bord haben. Über eine Lockerung der Vorschrift will das Bundesverkehrsministerium mit dem Nachbarland noch reden.
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