Am letzten Wochenende veranstaltete der Segel-Klub Juist seine diesjährige Jahreshauptversammlung. Das wichtigste Thema war auch dieses Jahr die Verschlickung des Juister Sportboothafens. Vorgestellt wurden die Ergebnisse des Fanzius-Institut, welches mit Messungen zum Sedimenteintrag beauftragt war. Diese Messungen sind nun abgeschlossen und die Ergebnisse liegen dem Verein vor.
Die Hauptursache für den übermäßigen Schlickeintrag sieht das Institut in der Symmetrie des Hafens im Zusammenspiel mit der Lage der Hafeneinfahrt und deren Breite. Diese Rahmenbedingungen sorgen in Kombination mit der Tidenverlaufskurve - der Flutstrom setzt an dieser Stelle 5 Stunden und 15 Minuten, während der Ebbstrom 7 Stunden und 26 Minuten läuft - für eine hohe Einlaufgeschwindigkeit des Wassers mit entsprechendem Sedimenteintrag, dem eine deutlich schwächere Auslaufgeschwindigkeit gegenüber steht. Dieser Umstand sorge für einen jährlichen Schlickaufbau von 1,2 Meter. Die immer wieder geäußerte Vermutung, die Fähren wären für einen Teil des Eintrag verantwortlich sein, wurden laut der Untersuchung nicht bestätigt. Der Anteil der Fähren am Schlickeintrag betrage nur rund zwei Prozent.
Bei der Suche nach einer Problemlösung wurden viele Möglichkeiten angesprochen und zum Teil verworfen. So nahm man vom Einbau einer Schwelle Abstand. Hierdurch würden die eingetragenen Sedimente erst recht am Rückfluss gehindert. Auch das lang diskutierte Fluttor sei in der technischen Umsetzung zu aufwändig. Die würde nach dem Öffnen für eine erhöhte Fließgeschwindigkeit und damit erhöhten Sedimenteintrag sorgen. Ein Flutabweiser hätte Strömungsveränderungen mit entsprechenden Verwirbelungen und ebenfalls erhöhter Fließgeschwindigkeit zur Folge. Eine Verbreiterung der Einfahrt würde zwar die Strömungsgeschwindigkeit verringern, hätte aber wahrscheinlich die Bildung einer Sandbank im großen Hafen vor der Einfahrt zur Folge. Ebenfalls nicht realisierbar sei die Idee mittels Rohr vom Nordstrand reines Seewasser eher einströmen zu lassen (am Nordstrand setzt die Flut rund 30 Minuten eher ein) als das schlickbringende Wattwasser.
Das Institut schlägt daher drei Möglichkeiten vor: entweder eine zusätzliche Öffnung zum Fährhafen im vorderen Bereich, die Verlegung der Einfahrt in die Mitte der Schwallschutzwand oder die komplette Entfernung dieser Wand. Es sind aber zuvor umfangreiche Tests erforderlich, um gesichert festzustellen, welche Lösung am effektivsten sei.
Der Rat der Insel will diesen Punkt schnellstmöglich auf die Tagesordnung des Rates zu setzen, damit dieser Folgeauftrag an das Franzius-Institut vergeben werden könne. Diese Zusage machte der auf der JHV anwesende Bürgermeister. Damit wäre mit ersten Ergebnissen zum Beginn des Sommers zu rechnen, mit den ggf. erforderlichen Baumaßnahmen könne dann im nächsten Winterhalbjahr begonnen werden.
In diesem Jahr soll eine Zwischenlösung Abhilfe bringen. Die Spülfelder sind voll, der Segel-Klub kann eine Baggerung wie im Vorjahr finanziell nicht noch mal leisten und die Einfahrt für den Hoppebagger ist zu klein. Somit sieht man für den kommenden Sommer vorerst nur die Möglichkeit, mit einem Räumboot für eine freie Zufahrt zu sorgen.
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Kommentare
Öh, äh, wieso übermäßig ?
Man kann die natürliche Morphologie natürlich auch als böse und neu und negativ darstellen.
pogo