Mit nur einer Hand bedient er die Segel und hält den Kurs. Der 46-Jährige Vareler Segler Dirk Bohlen beherrscht sein Boot und auch sein Revier, die Jade. Niemand, der ihn an Bord hantieren sieht, würde vermuten, dass er mit einem Handicap an der Pinne sitzt. Dirk Bohlen hat nur eine Hand. 2008 hat er bei einem Verkehrsunfall seine linke Hand in Afrika bei einem Busunglück verloren. Nun steht er zur Wahl als niedersächsischer Behindertensportler des Jahres.
Mit einer Trümmerfraktor wurde er 2008 in ein kleines, afrikanisches Krankenhaus eingeliefert, in dem katastrophale Zustände herrschten. Durch einen glücklichen Zufall erfuhr ein Botschaftsangehöriger von dem Unfall und ließ den Verletzten nach Hamburg ausfliegen.
Bohlen wurde mehrfach operiert. Bei der Verarbeitung der Ereignisse half Bohlen, der in einer Seglerfamilie aufwuchs, der Sport. Er schrieb einfach eine Mail an den Bundestrainer der behinderten Segler, machte eine Testfahrt und war sofort begeistert. Segel, Masttrimmung, Steuerung werden in einer 2.4mR komplett aus einer Hand gefahren.
Der im Wilhelmshavener SC beheimatete Bohlen legte sich daraufhin schnell ein eigenes Boot zu. In der offenen 2.4mR Bootsklasse kann er sich nun auch mit Menschen ohne Behinderung messen. Und so hat er mit seinem positiven Ehrgeiz inzwischen auch viele „Nicht-Behinderte“ abgehängt.
Die ganz großen Erfolge fehlen noch, aber der schnelle Aufstieg in die erweiterte Elite brachte dem Vareler nun die Nominierung für die Wahl zum niedersächsischen Behindertensportler des Jahres 2011 ein. Vom 4. Februar bis 4. März kann jeder für seinen Favoriten stimmen. Der Sieger der Wahl wird am 10. März bei einem Festakt in Hannover geehrt.
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