Heute feiert die Kreuzer-Abteilung des DSV ihr 100-jähriges Bestehen. Am 19. März 1911 wurde, vertreten durch 56 Segler aus verschiedenen Regionen Deutschlands, der Deutsche Kreuzer-Yacht-Verband gegründet. Bei ihrer konstituierenden Sitzung bestimmten sie Dr. E. Mylius zu ihrem Vorsitzenden. Er war der Verfasser damals recht populärer Bücher wie „Wetterkunde für den Wassersport“ und „Verpflegung und Kochkunst auf Yachten und Booten“. Ihm zur Seite standen zwei Stellvertreter, Prof. Dr. D. Kühl aus Göttingen und Walter Protzen aus Wismar, an dessen Reißbrett viele Kreuzeryachten entstanden.
Das Ziel der neuen Fahrtenseglerorganisation war, ihre Mitglieder mit Erfahrungsberichten, Informationen und Hilfe vor Ort zu unterstützen. Man wollte Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, unter denen die Tourensegler in vielen Häfen im In- und Ausland zu leiden hätten. Ehrenamtlich tätige Kräfte sollten in allen Hafenstädten den Verbandsmitgliedern die notwendigen Auskünfte über Liege- und Ankerplätze, Proviant, Reparatur- und sonstige Versorgungsmöglichkeiten geben. Sie sollten sich mit Hafen-, Lotsen- und Zollbestimmungen gut auskennen und als „eine Art Konsul“ die deutschen Segler unterstützen.
Der Jahresbeitrag lag bei 10 Mark, das Eintrittsgeld betrug 3 Mark. Von den Mitgliedern wurde erwartet, dass sie Kurzberichte über ihre Yachtreisen schrieben und diese auf einer eigens dafür vorgedruckten Postkarte zur Veröffentlichung an das Verbandsorgan „Yacht“ schickten.
Um den Bau fahrtentauglicher Schiffe zu fördern, wurde noch im Gründungsjahr ein Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem Entwürfe für Kreuzeryachten mit Hilfsmotor eingereicht werden konnten. Zu gewinnen gab es Preise im Wert von 200, 300 und 400 Mark, und die Beteiligung war entsprechend rege. Ein wirklich neues Bootsdesign brachte der Wettbewerb allerdings nicht hervor. Fast jeder Entwurf zeigte deutliche Einflüsse der damaligen Regattayachten.
Heute hat die Kreuzer-Abteilung rund 18.500 Mitglieder.
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