Beim Wassertourismus in Ostfriesland liegt einiges im Argen – zu diesem Ergebnis kommen Tourismusexperten aus Emden, Aurich, Großefehn, Krummhörn-Greetsiel, Südbrookmerland und Wiesmoor. Bei der Veröffentlichung ihrer Angebote für Ostfrieslandurlauber übten die Vorsitzenden der Verkehrsvereine und der Touristikleiter der Emder Reederei AG Ems heftige Kritik an Land, Bund und Gemeinden.
Der Touristikleiter der Emder Reederei AG Ems, Peter Eesmann sagte gegenüber der Presse, dass es selbstverständlich sein müsse, dass man mit einem Segelboot mit gestelltem Mast von Emden bis Greetsiel fahren könnte. Das würden die Bootstouristen einfach erwarten. Eine zu geringe Brückenhöhe und verschlammte oder zu ungepflegte Wasserwege verhinderten die freie Fahrt für Sportboote. Nachfragen von Bootstouristen gäbe es genug, aber ihnen würde zu wenig geboten, hob Gerd Weers von der Tourist-Info Großefehn hervor. Magret Sutorius, Geschäftsführerin der Tourist-Information Südbrookmerland, ergänzte, die ostfriesischen Wasserwege seien weitgehend noch touristisch ungenutzt. Dabei sei dies ein enormes Potenzial, in dem viel Geld und Arbeitsplätze stecken für die Region stecken würde. Allgemein lautete daher die Forderung an Land, Bund und Gemeinden, deutlich mehr als bisher für den Wassertourismus zu tun.
Während der letzten Matjestage habe die AG Ems - sie betreibt den Alten Binnenhafen in Emden - festgestellt, dass viele Bootfahrer, die sonst nicht nach Emden kommen, vom Revier begeistert seien. Diese würden auch gerne öfter wiederkommen – allerdings nur, wenn die auch die Bedingungen stimmen würden. Hierzu gehören flexiblere Schleusenzeiten genauso wie gepflegte Uferbefestigungen auf den Kanälen. Laut Eesmann sei man schon froh, dass jetzt endlich die Nesserlander Schleuse und das Rote Siel saniert würden.
Kritik gab es auch in Richtung Entwässerungsverband. Dieser könne mehr für die Uferbefestigungen tun und sollte auch mehr die Belange der Sportbootfahrer im Blick haben, hoben die Touristiker hervor. Als besonders positives Beispiel nannten sie die Niederlande. Dort sei die Förderung des Wassertourismus vorbildlich.
Fernziel für die Touristiker ist, dass auch in Ostfriesland alle Brücken so umgebaut werden, dass sie dreh- oder klappbar sind und von Booten ohne Schwierigkeit passiert werden können.
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