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GPS: Europäisches System startet

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Heute, um 12.34 Uhr, sollen die ersten beiden Satelliten des europäischen Navigationssystem Galileo endlich auch ihren Weg in den Weltraum finden. Vom Europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana werden die Satelliten mit einer Sojus-Rakete ins Weltall befördert. 16 weitere Satelliten sollen noch folgen, bis Galileo erste Dienste anbieten kann. Am Ende soll es präziser arbeiten als das GPS der USA. Außerdem soll Galileo die Unabhängigkeit Europas sichern. Das US-System steht trotz der zivilen Nutzungsmöglichkeiten unter militärischer Kontrolle, ebenso das russische Projekt Glonass. Im Fall bewaffneter Konflikte könnte damit GPS nur dem Militär zugänglich sein.

Kernstück des Systems sind - wie bei allen GPS - Satelliten, die auf drei verschiedenen Umlaufbahnen in mehr als 23 000 Kilometern Höhe kreisen und ihre Position sowie die Uhrzeit zur Erde senden. Das Empfangsgerät berechnet, wie lange die Signale unterwegs waren und ermittelt so den eigenen Standort. Je mehr Satelliten in Reichweite sind, desto genauer ist die Peilung. Für eine genaue Zeitangabe sollen Atomuhren sorgen.

Vier Satelliten baut die EADS-Tochter Astrium. Das Bremer Unternehmen OHB ist mit dem Bau weiterer 14 Satelliten beauftragt, die etwa 566 Millionen Euro kosten sollen.

Ursprünglich sollte Galileo 2008 an den Start gehen, doch der Zeitplan musste mehrfach überarbeitet werden - nicht zuletzt weil Verhandlungen mit einem Industriekonsortium um den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS scheiterten. Nun ist der Betrieb 2014 geplant.

Fünf verschiedene Dienste sind vorgesehen, die ab 2014 stufenweise den Betrieb aufnehmen. Der wichtigste für den Normalbürger ist der sogenannte offene Dienst, der von jedem gratis empfangen werden kann, etwa im Auto oder vom Landwirt auf dem Trecker.

Galileo soll mit dem amerikanischen GPS kombiniert werden können. Die Branche werde sich darauf einstellen und die Navigationsgeräte der Zukunft so konstruieren, dass sie beide Signale auffangen, sind die Kommissionsexperten überzeugt.

Rund fünf Milliarden Euro werden nach aktueller Schätzung schon bis 2013 fällig geworden sein.


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