Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung SchiffbrĂŒchiger (DGzRS) haben im Verlauf des Jahres 2011 insgesamt 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit (2010: 1130). Insgesamt ist die Rettungsflotte der DGzRS 2106 Mal im Einsatz gewesen (2010: 2044 EinsĂ€tze).
Neuer ehrenamtlicher âBootschafterâ des Rettungswerkes ist der bekannte Schriftsteller und Erfolgsautor Frank SchĂ€tzing (âDer Schwarmâ, âLimitâ âŠ).
âIch bewundere die Seenotretter fĂŒr ihren unerschrockenen, unermĂŒdlichen Einsatz. Er verdient eine gewaltige Flut, mit der sie auch in Zukunft jederzeit auslaufen können, wann immer Menschen in Not sind â eine Flut von Spendengeldern!â
SchĂ€tzing löst den renommierten Schauspieler Uwe Friedrichsen ab, der die Arbeit der Seenotretter mit groĂem Engagement begleitet hat. Der Bestseller-Autor stellte in der DGzRS-Zentrale in Bremen am Dienstag, 17. Januar 2012, die Einsatzzahlen der Rettungsflotte aus dem abgelaufenen Jahr vor:
2011 haben die Besatzungen der 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote in Nord- und Ostsee:
âą 56 Menschen aus Seenot gerettet;
âą 1267 Menschen aus drohender Gefahr befreit;
âą 453 Mal erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen
zum Festland transportiert;
âą 59 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt;
âą 946 Hilfeleistungen fĂŒr Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
⹠513 EinsatzanlÀufe und Sicherungsfahrten absolviert.
In vielen FĂ€llen griffen die Seenotretter frĂŒhzeitig ein und begrenzten so SchĂ€den bereits im Vorfeld. Zudem sind sie 3068 Mal in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und UeckermĂŒnde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen.
DarĂŒber hinaus war die SEENOTLEITUNG BREMEN (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC BREMEN) in 225 SeenotfĂ€llen international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstĂŒtzend oder initiativ tĂ€tig (2010: 248 Mal).
EinschlieĂlich aller Such- und Rettungsaktionen sowie Kontrollfahrten haben allein die 20 Seenotkreuzer (die 41 Seenotrettungsboote nicht mitgerechnet) im vergangenen Jahr 73.471 Seemeilen (ca. 136.070 Kilometer) in Nord- und Ostsee zurĂŒckgelegt.
Seit ihrer GrĂŒndung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS somit insgesamt 79.063 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohender Gefahr befreit. Das entspricht etwa der Einwohnerzahl von GieĂen (Hessen), der Insel RĂŒgen (Mecklenburg-Vorpommern) oder der gesamten Landkreise Osterode am Harz (Niedersachsen) und Lindau am Bodensee (Bayern).
Die Einsatzzahlen 2011 verteilen sich auf die einzelnen KĂŒsten wie folgt:
NiedersĂ€chsische NordseekĂŒste
Die Besatzungen der an der niedersĂ€chsischen KĂŒste stationierten Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote haben bei 622 EinsĂ€tzen sechs Menschen aus Seenot gerettet und 389 weitere aus Gefahrensituationen befreit.
Schleswig-Holsteinische NordseekĂŒste
Die Stationen an der schleswig-holsteinischen NordseekĂŒste registrierten 279 EinsĂ€tze. Die dortigen Mannschaften retteten ebenfalls sechs Menschen aus Seenot und befreiten weitere 132 aus Gefahrensituationen.
Aus der Rettungsflotte
Zu den Höhepunkten aus Sicht der Seenotretter im vergangenen Jahr zĂ€hlt die Indienststellung eines neuen 20-Meter-Seenotkreuzers fĂŒr die Station BĂŒsum. Sandra Carstensen, Frau des schleswig-holsteinischen MinisterprĂ€sidenten Peter Harry Carstensen, taufte das Schiff Mitte August auf den Namen THEODOR STORM. Auch im laufenden Jahr soll die Modernisierung der Rettungsflotte fortgesetzt werden. FĂŒr die Station Sassnitz ist ein neuer 36,5 Meter langer Seenotkreuzer vorgesehen. Diese Einheit befindet sich zurzeit auf der Fassmer-Werft an der Unterweser im Bau und soll die dann 34 Jahre alte WILHELM KAISEN ablösen.
Auf seine letzte und besonders spektakulĂ€re Reise ging im FrĂŒhjahr 2011 der ausgemusterte Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER. Von Fehmarn aus erreichte er ĂŒber Hamburg, Bremerhaven und den Rhein Ende Mai Speyer. Im dortigen stark frequentierten âTechnik Museumâ (ca. 650.000 Besucher pro Jahr) ist er seit September 2011 der Ăffentlichkeit als Exponat zugĂ€nglich; nicht zuletzt um auch fernab der KĂŒsten fĂŒr das Seenotrettungswerk zu werben und weitere Förderer fĂŒr die DGzRS zu gewinnen, deren Arbeit ausschlieĂlich durch freiwillige Zuwendungen getragen wird und die deshalb auf die UnterstĂŒtzung der breiten Bevölkerung angewiesen ist.
Die Seenotretter im TV
Alltag und Leben an Bord zweier Seenotkreuzer sind ab Ende Januar in einer vierteiligen Fernsehdokumentation immer mittwochabends zu sehen. NDR-Kamerateams haben die Besatzungen der THEODOR STORM/Station BĂŒsum und BERLIN/Station Laboe mehrere Monate lang immer wieder begleitet. Die geplanten Sendetermine: 25. Januar, 1. Februar, 8. Februar und 15. Februar 2012, jeweils 21 Uhr, NDR Fernsehen.
Tag der Seenotretter 2012
Spendern, Freunden und allen Interessierten bietet die DGzRS auch 2012 wieder die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der LeistungsfĂ€higkeit des deutschen Seenotrettungswerks zu machen. Erneut findet am letzten Sonntag im Juli, somit am 29. Juli 2012, der âTag der Seenotretterâ auf zahlreichen Rettungsstationen und in der Zentrale in Bremen statt.
âBootschafterâ 2012 ist Frank SchĂ€tzing
âIch bewundere die Seenotretter fĂŒr ihren unermĂŒdlichen Einsatz!â
Der bekannte Schriftsteller und Erfolgsautor Frank SchĂ€tzing ist âBootschafterâ der Seenotretter 2012. Aus SchĂ€tzings Feder stammen Bestseller wie âDer Schwarmâ oder âLimitâ. Er, der schon so viele literarische Figuren erschaffen hat, fĂŒhlt sich den Seenotrettern auf ganz besondere Weise verbunden.
âIch liebe es, Helden zu erfinden. Die besten Geschichten werden allerdings von Helden geschrieben, die man nicht erfinden kann, weil es sie schon gibt. Die Seenotretter beispielsweise. Die hĂ€tte ich gerne erfundenâ, gesteht SchĂ€tzing.
Doch da es die Seenotretter nun einmal schon seit beinahe 150 Jahre in der RealitĂ€t gibt, bleibe ihm immerhin, diese mutigen MĂ€nner und Frauen zu bewundern: âFĂŒr ihre Unerschrockenheit, ihren unermĂŒdlichen Einsatz. DafĂŒr, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzen, um das anderer zu retten. Respekt! Es ist mir eine Ehre, Euer ,Bootschafterâ zu sein!â
Durch seine schriftstellerische Erfahrung mit maritimen Themen weiĂ er nur zu gut, was die Besatzungen der DGzRS leisten: âDer sicherste Platz fĂŒr ein Schiff ist der Hafen. Nur, dafĂŒr werden Schiffe nicht gebaut. Schon gar nicht die der Seenotretter. Wenn andere nĂ€mlich den Hafen ansteuern, fahren sie hinaus. Bei jeder WindstĂ€rke, jedem Wellengang. Setzen ihr Leben aufs Spiel, um das anderer zu retten. So viel Einsatz verdient eine gewaltige Flut, mit der die Seenotretter auch in Zukunft jederzeit auslaufen können, wann immer Menschen in Not sind â eine Flut von Spendengeldern!â
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