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Holz-Öle

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Wir haben auf unserer Sturgeon 22 ziemlich viel Holz an Deck und Rumpf. Da sind die unterschiedlichsten Holzarten dabei: Sitka-Spruce, Mahagoni und Teak. Also Hölzer mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Ehemals waren die Hölzer klassisch mit Hartlack lackiert. Den Hartlack habe ich im Laufe der letzten vier Jahre Stück für Stück entfernt und durch verschiedene Produkte ersetzt. Zum Einsatz kamen dabei D1/D2, Le Tonkinoise und Biopin. Hier mal der erste Zwischenbericht: 

D1/D2 (verwendet für Baum, Salinge und Schiebeluk)  

Verarbeitung

Verarbeiten lässt sich das Owatrol-Öl gut und einfach: D1 zur Tiefensättigung (auftragen, bis das Holz nichts mehr aufnimmt) und D2 zur Bildung einer lackähnlichen Oberfläche. D1 ist etwas dünnflüssiger als D2 (D1 läuft wie Wasser, D2 etwas dicker). Aufgetragen wird "nass-in-nass", trotzdem muss man für 15 Anstriche entsprechende Zeit einplanen. generell eignet sich D1/D2 nach meinem Eindruck eher für saugende Hölzer (Sitka-Spruce). Härtere oder von sich aus ölige Hölzer saugen logischerweise nicht soviel auf und die notwendige Schichtstärke ist schlechter zu erreichen.  

Überarbeitung

Bei der Überarbeitung von Schäden muss man die Schadstelle mit D1 anschleifen und dann mit D2 ausbessern. Ausbesserungsstellen sieht man leider. 

Le Tonkinoise (verwendet für den Mast und Kistendeckel)

 

Verarbeitung

 

Auch für Tonki gibt es ein Vorstreichöl zum tränken des Holzes. Gerade bei saugenden Hölzern würde ich das Vorstreichöl (nicht UV-stabil / Abschluss mit Tonki daher notwendig!) empfehlen, weil die spätere Verbindung dann einfach besser wird. Das Vorstreichöl gibt es i.d.R. nicht im Bootszubehör. Aber man kann es bei Versendern die Holzhäuslebauer beliefern ordern. Die Verarbeitung ist genauso einfach, wie bei D1/D2. Das Vorstreichöl hat eine wässrige Konsistenz, das eigentlich Öl ist deutlich dicker (auch dickflüssiger als D2). Das Holz soll laut Hersteller mit dem Vorstreichöl 1-2 x gestrichen - mehr schadet aber erfahrungsgemäß auch nicht. Anders als bei D1/D2 wird NICHT "nass-in-nass" gearbeitet. Ganz im Gegenteil benötigen die einzelnen Schichten genügend Zeit zum durchtrocknen. Stricht man (übrigens ohne Zwischenschliff!) zu früh über, erhält man eine hässliche Orangenhaut. Die kann man nach Durchtrocknung zwar beischleifen - das Durchtrocknen kann aber dauern! Tonki bildet nach 5-8 Anstrichen eine sehr dicke und erstaunlich widerstandsfähige Schicht. Selbst unsere Drahtfallen am Mast konnten der Beschichtung nichts anhaben. Tonki scheint mir für härtere oder öligere Hölzer etwas besser geeignet als D1/D2.  

 

 

Überarbeitung

 

Die Überarbeitung von mechanischen Beschädigungen ist extrem einfach: Die Kanten der schadhaften Stelle etwas beischleifen. Die Tränkung des Holzes mit dem Vorstreichöl sollte eine Verfärbung des Holzes verhindert haben. Nun mit Tonki die Stelle Schicht für Schicht ausbessern. Sollte sich am Ende ein "Kraterrand" gebildet haben, diesen nach vollständiger Durchtrocknung (lieber eine Woche länger liegen lassen!) mit feinem Schmirgel beischleifen und eine letzte Lage Tonki großflächig drüber ziehen.

 

Biopin (verwendet für Plichtumrandung, Fussreling, Scheuerleiste)

 

Verarbeitung

 

Biopin gibt es als Öl und als Öl-Lack. Letzteren muss man nicht zusätzlich verwenden, erhält durch Abschluss mit ihm aber eine lackähnliche Oberfläche. Biopin lässt sich sehr gut verarbeiten. Auffällig ist der Geruch: Während D1/D2 und Le Tonkinoise klassisch nach Leinenöl riechen, riecht Biopin nach Orangen. Grund ist die Verwendung von Orangenterpenen im Öl - Allergiker müssen hier aufpassen! Die Konsistenz von Biopin ist dickflüssig, ähnlich der von Tonki. Genauso einfach lässt es sich auch verarbeiten. Eine Schichtstärke von 4-6 Anstrichen ist auch für mechanisch beanspruchte Hölzer ausreichend. Ich würde immer empfehlen, zum Abschluss den Öl-Lack zu verwenden (kein Zwischenschliff erforderlich). Mir erscheint die mechanische Belastbarkeit dann besser zu sein.

 

Überarbeitung

 

Die Überarbeitung von mechanischen Beschädigungen ist extrem einfach: Die Kanten der schadhaften Stelle etwas beischleifen. Eventuelle Verfärbungen müssen ebenfalls vorsichtig angeschliffen werden. Nun mit Biopin die Stelle Schicht für Schicht ausbessern. Sollte sich am Ende ein "Kraterrand" gebildet haben, diesen nach vollständiger Trocknung (24h reichen völlig) mit feinem Schmirgel beischleifen und eine letzte Lage Biopin drüber ziehen.

 

Verträglichkeiten untereinander:

 

D1/D2 und Le Tonkinoise vertragen sich untereinander Problemlos. Beides sind Leinen- bzw. Holzöl-Verkochungen und daher liegt die Verträglichkeit auch auf der Hand. Biopin verträgt sich leider nur mit Biopin. Man kann weder D1/D2 oder Tonki gestrichene Hölzer mit Biopin überarbeiten, noch kann man mit Biopin gestrichene Hölzer mit D1/D2 oder Tonki ausbessern. Beides führt in Kombination mit Sonne und Salzwasser zu sehr hässlichen Verfärbungen und Abstoßungen.

 

Bisheriges Resümee:

 

Mir erscheint Le Tonkinoise für mich das Produkt der Wahl zu werden. Zwar lässt sich Biopin ähnlich einfach verarbeiten, doch stört mich die Verfärbung bei Beschädigung. Hier hat Tonki meiner Meinung nach eindeutig die Nase vorn.

 


 

Nächstes Versuchsprodukt: Schoner


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