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Minsener Oog

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Minsener Oog 

Das östlich von Wangerooge an der Jade gelegene Minsener Oog ist eine 5 Km lange künstliche Insel, ein Sandfänger von gigantischen Ausmaßen, der der verhindert, daß der Sand auf seiner ewigen Wanderung von West nach Ost in die Jade hineintreibt. Minsener Oog besteht aus zwei Inseln die durch spinnennetzartige Dämme miteinander verbunden sind. Von der natürlichen Insel Oldoog, der "alten Insel", ist nur noch eine schmale Sandbank übriggeblieben, sie liegt eben nördlich der Buhne C.

Die auffallendsten Landmarken von Minsener Oog stehen auf der Südinsel, nahe der Buhne C: ein 55m hoher, schwarz-weißer Radarturm der dünn wie ein Bleistift wirkt, daneben die auf Pfählen stehende, weißgestrichene Wohnbaracke sowie ein roter dicker Turm, zusammen ein unverwechselbares Ensemble. Auf der Insel wird ständig gearbeitet, auch Schlick aufgespült; sie darf - außer in Notfällen - nicht betreten werden.

Die Ansteuerung  

Wattfahrt zwischen Jade und Harle
Zwei Wattfahrwasser die sich bei der Blauen Balje treffen, führen von der Jade zum Westanleger: das Minsener - Oog - Wattfahrwasser und die Telegraphenbalje, auch Wangerooger Wattfahrwasser genannt. 

Minsener-Oog-Wattfahrwasser

Die Einsteuerung erfolgt von der Jade aus bei der roten Spiere B14, die man etwas südlich von Minsener Oog findet. Diese B14 ist kein Seezeichen der Jade, sondern gehört zur Betonnung der Blauen Balje. Auffallend in der Einsteuerung zwei Paar gelber Kabeltonnen ("K"), durch die das Fahrwasser führt. Das Wattenhoch liegt nahe der Einsteuerung, danach wendet sich das Fahrwasser nach Norden und geht dabei in die tiefe Minsener Balje über, die sich dicht am Hauptdamm der Insel entlangzieht. Eine heikle Ecke, denn man muß nahe an die Querbuhnen des Hauptdamms heranfahren. Sie sind mit gelb-schwarzen Stangen, Toppzeichen zwei Kegel abwärts, markiert, während die Westseite des Fahrwassers ohne Seezeichen ist, einen also nicht vor den harten, nahe am Fahrwasser liegenden Sänden warnt. Das nördliche Ende des Hauptdamms ist zerstört, es liegen noch Reste davon im Wasser, vor denen eine gelb-schwarz-gelbe Tonne steht die man südlich passieren muß.

Blaue Balje

Querab der Osthuk von Wangerooge hat man das Seegat "Blaue Balje" erreicht. Eine Rinne, die vom Wangerooger Fahrwasser aus zwischen den Inseln Wangerooge und Minsener Oog in das Wattenmeer führt. Der einlaufende Strom setzt sehr stark, verteilt sich auf drei Rinnen und kann einen unversehens auf das langgezogene Flach zwischen Minsener Balje und Mittelbalje drücken. Viel Raum nach Norden hat man nicht weil man da auf den abgesackten Steindamm geriete.
Läuft man aus dem Wangerooger Fahrwasser in die Blaue Balje ein, so muß man auf der Barre, der zwischen den Tonnen B2 und B3 zu suchen ist, mit einer starken Brandung rechnen. Die Wassertiefe auf der Bare wird monatlich in den N.f.S. veröffentlicht. Auf den manchmal drückenden Verkehr im Wangerooger Fahrwasser muß man ein offenes Auge haben, denn die großen Schiffe bereiten hier mit einem Kurswechsel ihre Ansteuerung in die Jade vor.
Trotz all dieser Widrigkeiten ist die Blaue Balje ein interessantes Fahrwasser, besonders dann, wenn man in Zeitnot gerät und fürchten muß, nicht mehr über das nächste Wattenhoch zu kommen, dann kann man es gut durch die tiefe Blaue Balje umgehen.

Telegraphenbalje

Die Telegraphenbalje, auch Wangerooger Fahrwasser genannt, beginnt diciht unter der Osthuk von Wangerooge, sie verläuft etwa mittig zwischen der Insel und dem Watt Hoher Rücken, ist recht gut geschützt und auch leicht zu fahren wenn man erst einmal das Seegat Blaue Balje passiert hat.

Bei den nahe der Osthuk in der Seekarte vermerkten Pfahlresten handelt es sich um den alten Ostanleger, der 1958 aufgegeben wurde und seitdem immer mehr verfällt. Früher war hier die Hauptanlegestelle der Insel, gebaut 1902, finanziert vom Norddeutschen Lloyd, der mit großen Schiffen von Wilhelmshaven und Bremerhaven aus die Insel anlief.

Eine auffallende Landmarke ist die westlich vom Anleger stehende Strandbake, ein Pfahlbau der auf seinem Dach ein Stundenglas trägt. Den östlich von der Muschelbank abzweigenden Prickenweg, der direkt zum Westanleger führt, sollte man besser nicht befahren weil seine Wassertiefen unsicher sind. Man bleibt in der Telegraphenbalje und fährt bis hin zu der roten Spiere T2 und danach wie oben beschrieben zum Westanleger.

Von der Jade nach Wangerooge - eine schöne Wattenfahrt, die auch größere Boote dank des großen, schon von der Jade beeinflussten Tidenhubs machen können.

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