Der Ems-Jade-Kanal: Hin und wieder ein Betonfrachter, ansonsten eine Passage für Segler mit gelegtem Mast, Ziel von Motorbootausflügen oder Revier der Angler und Paddler. Das könnte sich ändern.
Einige ostfriesische Vertreter aus Verwaltung und Wirtschaft haben die Idee entwickelt, den Ems-Jade-Kanal zwischen Wilhelmshaven und Emden so auszubauen, dass größere Binnenschiffe das Gewässer problemlos passieren und Fracht aus Wilhelmshaven Richtung Westen transportieren können. Entstanden ist dieser Vorschlag vor dem Hintergrund des in Wilhelmshaven entstehenden Jade-Weser-Port. Der erste Tiefwasserhafen für große Containerschiffe soll 2011 den Betrieb aufnehmen. Das weckt Hoffnungen in der Region. Warum sollen nicht auch andere Häfen, wie z.B. Emden, vom neuen Güteraufkommen am Jadebusen profitieren?
Ein Reeder aus Leer und ein Landrat aus Wittmund traten vor kurzem im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Aurich dafür ein, eine Machbarkeits-Studie für solch ein Projekt in Auftrag zu geben. Zuvor hatten Hauptverwaltungsbeamte und Wirtschaftsvertreter eine Kanalbereisung unternommen, auf der die Ausbauidee zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurde.
Gedacht ist hierbei an den Ausbau für s.g. Europaschiffe mit einer jeweiligen Ladekapazität von 80 bis 90 Container. Die vorhergesagten Gesamtumschlagskapazitäten in Wilhelmshaven belaufen sich laut Jade-Weser-Port auf 2,7 Millionen Standardcontainer. Das wären etwa 8.000 Container pro Tag. Zwei Drittel gelten als Seetransitladung in europäischen Verteilerverkehren, werden also mit kleineren Schiffen weiter befördert.
Der für den Betrieb des Ems-Jade-Kanals zuständige Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat sich nach eigenen Angaben bislang noch nicht mit der Möglichkeit eines solchen Ausbaus beschäftigt.






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