Die Traditionsschiffe zeigen schwarze Flagge. Allerdings ist die Flagge nicht mit einem Totenkopf, sondern mit einem Fragezeichen versehen. Derzeit herrscht nämlich vieler orten großes Rätselraten um die Zukunft der Schiffe. Unter den Traditionsschiffen hat sich in diesem Jahr die Blackflag-Bewegung gebildet. Damit wollen die Skipper gegen die zunehmende Reglementierungswut protestieren.
Hintergrund ist eine offenbar verschärfte Auslegung von internationalen Sicherheitsvorschriften an Nord- und Ostsee. Traditionsskipper warnen bereits davor, dass künftig bei maritimen Großveranstaltungen wie Kieler Woche oder Hafengeburtstag kaum noch Traditionsschiffe zu Gast sein könnten. So sollten bereits für den Hamburger Hafengeburtstag im Mai einige niederländische Schiffe nicht zugelassen werden. Erst nach Protesten gab es eine Sondergenehmigung.
Historische Segel- oder auch Dampfschiffe - meist durch einen gemeinnützigen Verein betrieben - finanzieren sich in der Regel, indem sie zahlende Gäste auf ihren Reisen mitnehmen. Allerdings können sie wegen ihrer Bauart heutige Anforderungen an Passagierschiffe nicht erfüllen.
Die europäischen Länder haben daher jeweils eigene Ausnahmeregeln für historische Schiffe erlassen, die bisher gegenseitig weitgehend anerkannt wurden. Doch die Auslegung, was Traditionsschiff mit Ausnahmegenehmigung ist und was nicht, ist schwammig und wird vor allem von Deutschland und Dänemark immer schärfer ausgelegt. Ausländische Häfen anlaufen wird daher immer schwieriger.
Betroffen sind nach Auskunft des deutschen Traditionsschiff-Dachverbands GSHW (Gemeinsame Kommission für historische Wasserfahrzeuge) etwa 60 deutsche Schiffe. GSHW-Vorsitzender Christoper Papperitz sagte dazu: "Wir brauchen von der Politik jetzt ein Bekenntnis, ob sie Traditionsschiffe wollen oder nicht" Und wenn ja, müsste es zumindest für Ost- und Nordsee länderübergreifende Regeln geben.
Weitere Infos unter http://www.blackflag.eu/






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